Weiterbildung - Bildungsprojekte des eurient

Muslimische Alltagspraxis

Wohl jeder hat schon einmal davon gehört, dass Muslime z. B. im Ramadan fasten oder mehrmals am Tag beten. Doch wie sieht dies im Alltag aus? Darf auch ein Kind oder ein kranker Mensch während des Ramadans nichts essen und trinken – und was und wie lange fastet ein Muslim überhaupt, 24 Stunden und das 30 Tage lang? Verlässt eine muslimische Ärztin mitten in einer OP den Saal, um zum Gebet zu eilen? Pilgert jeder Muslim nach Mekka? Und trägt jeder Mensch muslimischen Glaubens immer den Gebetsteppich bei sich?

Bei wenigem scheinen Vorstellung und Wirklichkeit so weit auseinanderzuklaffen wie beim Thema gelebter Islam. Medienwirksam steinewerfende Menschen, Frauen mit Kopftuch und Männer mit Vollbart sind Klischees, die leider sehr oft bedient werden und die für viele Nichtmuslime das erste sind, was ihnen in den Sinn kommt, wenn sie „Islam“ hören. Zwar gibt es durchaus Muslime, die Steine werfen und auch zahlreiche Männer mit Bart – und das nicht erst, seit es hip ist – aber es gibt eben auch erfolgreiche Sportlerinnen (mit und ohne Kopftuch), schwule Imame und Rockstars. Es gibt Wahlen zur Miss Muslima World, bei der es nicht nur auf die Garderobe ankommt, sondern auch darauf, wie gut die Kandidatin den Koran rezitieren kann. Es gibt Punks, Metal Heads, Skater. Und statt eines Gebetsteppichs tut es auch der Grünstreifen zwischen zwei Fahrbahnen. Wenn man denn überhaupt betet.

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